Schlagwort: Karikatur

  • Ehrenamt und Politik

    Ich habe hier eine Weile nichts von mir hören lassen. Teilweise Technik, teilweise schlicht zu viel Material zum Beobachten – und gelegentlich auch zum Kopfschütteln.


    In Bayern waren kürzlich Kommunalwahlen. Und wie es inzwischen zum politischen Mindeststandard gehört: Schmutzkampagnen. In München hat es den noch amtierenden Oberbürgermeister erwischt; der muss nun ernsthaft um seinen Job bangen. Die Alternative wirkt zwar auch nur bedingt überzeugend, aber Hand aufs Herz: Wer bekommt heute schon genau das, was er sich politisch bestellt hat?


    Interessanter ist ohnehin etwas anderes: das Ehrenamt. Ein Begriff, der erstaunlich flexibel interpretiert wird.
    Es gibt noch die klassische Variante: Menschen, die etwas ehrenamtlich tun, weil sie einen guten Zweck sehen. Unentgeltlich. Sachlich. Ohne große Inszenierung. Man erkennt sie daran, dass sie selten darüber sprechen.
    Dann gibt es die zweite Kategorie:
    Ehrenamt als Karriererampe. Prestige für die Vita, Netzwerkpflege, politisches Vorfeldtraining. Formal immer noch Ehrenamt – strategisch allerdings eher eine Investition.
    Und schließlich die dritte Gruppe.
    Die haben das System so gründlich verstanden, dass am Ende doch Geld fließt.


    Mein Fazit:
    Das Ehrenamt ist eine feine Sache – solange man noch weiß, warum man es macht. Wer helfen will, hilft. Wer Karriere machen will, nennt es Ehrenamt. Und wer Geld verdienen will, findet erstaunlich oft einen Weg.
    Ich persönlich habe eine gewisse Schwäche für die erste Kategorie.
    Die ist selten spektakulär, aber erstaunlich stabil – und, wenn ich ehrlich bin, vermutlich auch die einzige, die den Namen wirklich verdient.

  • Auf 2026 – es kann nur besser werden

    Das Jahr ist keine Woche alt und der Punk geht bereits ab.
    Ein beachtliches Tempo, selbst für ambitionierte Verhältnisse.
    Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.
    Aber fürs Erste genießen wir das Konzert: zwei der größenwahnsinnigsten Menschen, die je gelebt haben – flankiert von einer Figur aus einem Kinderroman. Dramaturgisch sauber, inhaltlich gewagt.
    Auf 2026.
    Es kann eigentlich nur besser werden.
    Eigentlich.

  • Geschichte, Kuchen und Finanzen

    Neulich saßen wir bei Kaffee und Kuchen zusammen. Aus dem Radio kam etwas über Haushalt und Sparen, wie immer zuverlässig zur falschen Zeit. In der anschließenden, erstaunlich engagierten Diskussion landeten wir dann bei Diäten – da ließe sich schließlich auch sparen.
    Mit Kuchen vor uns.
    Mein Vater pflegte zu sagen: Geschichte wird nicht neu geschrieben, sie wiederholt sich nur. Mal schneller, mal langsamer.
    Man fragt sich unweigerlich, wo genau wir gerade stehen.
    Ich habe da eine leise, aber gut begründete Vermutung.